KategorieLabyrinth

Rare Ausgänge

Von der Strenge der Wissenschaft ist eine kurze Geschichte von Jorge Luis Borges. Sie handelt von einem Land, in dem die Wissenschaften der Kartografie und der Geografie überragende Perfektion erlangten. Die Karten zum Land wurden, infolge der zunehmenden Detaillierung, grösser und grösser. Der Hang zum Detailreichen konnte mit dem Bedürfnis nach Genauigkeit erklärt werden. Dieses wiederum war der Strenge der Wissenschaften geschuldet. Irgendwann war jedes Detail abgebildet und daraus ergab sich eine Landkarte, die die gleiche Grösse wie das Land hatte. An diesem Punkt blitzt auf, dass Versuche, Universalerkenntnis zu etwas zu erlangen, in die Leere führen. Was kann mit einer solchen Karte noch zu einem Land gesagt werden? Borges warnt andererseits an verschiedenen Stellen davor, Sachen unterkomplex abzubilden.

Die Sachen sind von hier aus gesehen in weiten Teilen verstellt. Das bezieht sich aufs Kartografieren, als auch die Landschaft. Findet sich Verstelltes in der Landschaft, ist es darzustellen, kartografische Unsicherheiten (Was ist Geografie?) sollen auf den Tisch.

Wissenschaftliche Klarheit hängt an Abstraktion (als ein Aspekt von Sytematizität), anhand der Sachen (in der Landschaft) abgebildet werden sollen. So abstrakt wie möglich, so konkret wie notwendig lautet die Lebensregel, um den Labyrinthen zu entkommen. Es ist von hier aus gesehen theoretisch (kartografisch, geografisch) und landschaftlich labyrinthisch. Ausgänge sind vorhanden, aber rar.